Bau und Technik

Schön und gut gebaut

Technische Maßnahmen und eine effiziente Nutzung sind die beiden wichtigsten Bedingungen, um am Arbeitsplatz sinnvoll Energie zu sparen.

Tipps, Tricks und Technik
Am besten funktioniert Energiesparen dort, wo nachhaltige Technik und eine sparsame Nutzung der Ressourcen zusammenwirken: Gut isolierte Fenster sind dann besonders wirkungsvoll, wenn sie zum Lüften alle zwei Stunden für fünf Minuten weit geöffnet werden. Energiesparlampen sind dann am sparsamsten, wenn sie nur eingeschaltet werden, wenn sie wirklich gebraucht werden. Die tirol kliniken geben deshalb nicht nur wertvolle Tipps zum Energiesparen am Arbeitsplatz, sondern schaffen auch die baulichen und technischen Voraussetzungen für einen energieeffizienten Betrieb ihrer Krankenhäuser.

Ideale Bauten
Längst bedeutet gute Architektur mehr, als einen innovativen Entwurfsgedanken umzusetzen, eine besonders schöne Linienführung zu finden oder Räume so präzise wie möglich auf ihre geplante Nutzung zuzuschneiden. Die Anforderungen an heutige Bauwerke schließen mit ein, dass echte Lebens- und Arbeitsräume entstehen, ökologisch verträgliche Materialien verwendet und diese möglichst ressourcenschonend eingesetzt werden. Der Energieverbrauch bei Bau, Nutzung und Wiederverwertung soll so gering wie möglich sein, das Raumklima angenehm und der Schallschutz effektiv. Im Zentrum der Planung steht dabei immer der Mensch – und wo sollte dies mehr gelten als bei der Schaffung von Gesundheitseinrichtungen?

Maßnahmen für grünes Bauen
GreenBuilding heißt das EU-Programm zur Verbesserung der Energieeffizienz. In den vergangenen Jahren haben die tirol kliniken bei allen Neu- und Umbauten die GreenBuilding-Richtlinien erfüllt und die Zertifizierung der betreffenden Gebäude angestrebt.
Unter anderem wurden die folgenden baulichen Maßnahmen gesetzt:

  • Energetisch optimierte Gebäudehüllen wurden entwickelt und die Fassaden mehrerer Klinikgebäude saniert.
  • Energieausweise vor und nach der Sanierung wurden erstellt.
  • Aus der Abwärme von medizinischen Geräten wie Computertomographen wird Energie (rück)gewonnen.
  • Ökologische, qualitätsvolle Baumaterialien werden für eine gute Raumluft eingesetzt.
  • Seit 5. Juni 2014 sind die tirol kliniken mit dem Kinder- und Herzzentrum West offizieller GreenBuilding-Partner. Die Innere Medizin Süd in Innsbruck sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie und die Chirurgie in Hall werden als GreenBuilding errichtet.

Moderne Fassaden
Fassaden sind die Schnittstellen zwischen innen und außen, sie schirmen Gebäude vor Hitze und Kälte ab und spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Feuchtigkeit. Die Abteilung Bau und Technik der tirol kliniken ist bei allen Fassaden auf höchstmögliche
Energieeffizienz und ansehnliche Gebäude bedacht.

Vorher – nachher
Am Areal in Innsbruck ist mit dem nächsten Bauprogramm bis 2035 die Absenkung der Vorlauftemperatur für Heizung und Warmwasserbereitung auf 95° Celsius und somit der Anschluss aller Gebäude auf Fernwärme geplant. Dieser Systemwechsel stellt für die Techniker eine sehr große Herausforderung dar, ist jedoch ein wesentlicher Beitrag für die Tiroler Klimastrategie 2050. Nach Abschluss der technischen Maßnahmen wäre ab 2035 rechnerisch eine Reduktion des Wärmebedarfs im Vergleich zu 2016 um rund 50% und eine Erhöhung des regenerativen Anteils auf 50% möglich.

Brunnenwasser
Brunnenwasser ist Energie und Energieträger. Zu den wichtigsten Themen beim Betrieb der Klinikgebäude zählen Heizung und Kühlung. Dabei geht es nicht nur darum, die Räume immer richtig zu temperieren, sondern auch, medizinische Groß-Geräte zu kühlen und die ideale Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Bei der Kühlung von Computertomographen, Magnetresonanztomographen u. Ä. kommt Brunnenwasser aus drei Tiefbrunnen zum Einsatz. Das Wasser erwärmt sich beim Kühlvorgang um einige Grad. Mittels Wärmepumpen wird die Wärme  wiederum entzogen und die gewonnene Energie erneut eingesetzt.

Effizient und günstig
Das aktuelle Bauprojekt Innere Medizin Süd mit einer Bruttogrundfläche von 16.271 m² wird in Niedrigstenergiebauweise errichtet und Mitte 2018 in Betrieb genommen. Es entsteht ein Gebäude zur hochwertigsten medizinischen Nutzung: Reinraumlabore für die Herstellung von Zytostatika und Forschung, eine interdisziplinäre Intensivstation und das Comprehensive Cancer Center. Dabei wird der vom Österreichischen Institut für Bautechnik (OIB) festgelegte Heizwärmebedarf (HWB*) von 8,7 kWh/m2 und Jahr um mehr als 50% unterschritten. Laut Energieausweis wird der spezifische Referenzheizwärmebedarf bei 3,4 kWh/m3 und Jahr liegen. Damit können gegenüber dem an sich schon sehr effizienten KHZ West aus dem Jahr 2014 nochmals 20% der Kosten für Wärme eingespart werden. Im Vergleich zum Medizinzentrum Anichstraße liegt der spezifische Referenzheizwärmebedarf der IMS um zwei Drittel darunter. Nachhaltige, energieeffiziente Planung und die umweltverträgliche Bauweise machen sich somit bei den tirol kliniken in vielfältiger Weise bezahlt.