hoch3 September 2025 | #39

15 UNSERE GESCHICHTEN schnittsgelähmter Patient mit einem künstlichen Darmausgang (Stoma) auf dem Plan. Sein Gesundheitszustand ist differenziert und beeinflusst, wie Medikamente in seinem Körper wirken. Zum Beispiel kann ein niedriger Eiweißwert im Blut oder das Stoma selbst dazu führen, dass Medikamente anders aufgenommen oder verarbeitet werden. Die Apothekerin bespricht diese Besonderheit mit den behandelten Ärzt:innen, welche die Dosierung darauf hin neu einstellen. TEAMARBEIT IM FOKUS In Hochzirl sieht man ihre Expertise als große Bereicherung: „Wir haben den klinisch-pharmazeutischen Dienst 2024 als festen Bestandteil der Qualitätssicherung im LKH Hochzirl-Natters etabliert. Gerade im Hinblick auf die zunehmende Polypharmazie und die komplexen Krankheitsbilder bei unseren Patientinnen und Patienten, unterstützt uns die Klinikapotheke dabei, die Sicherheit der Therapie zu gewährleisten“, freut sich Primaria Elke Pucks-Faes, Ärztliche Direktorin des LKH Hochzirl-Natters. Und wie funktioniert die Zusammenarbeit im interdisziplinären Team? „Wir bringen einen anderen Blickwinkel ein. Gerade junge Ärztinnen und Ärzte sagen oft, wie wichtig sie das finden. Aber auch für die erfahrenen Mediziner und Medizinerinnen ist es spannend”, erzählt SonnleitnerHeglmeier von ihrer Erfahrung in Hochzirl. Der enge Austausch basiert auf gegenseitiger Wertschätzung und ergänzt das bereits hohe pharmazeutische Know-how des Teams. LERNEN AN KONKRETEN FÄLLEN Am Standort Natters gibt Martin Munz seit einem Jahr Schulungen. Bei monatlichen Treffen mit Ärzt:innen und Pflegepersonal werden herausfordernde Beispiele analysiert. „Wir sammeln komplexe Fälle, und wenn mir da etwas ins Auge sticht, wie etwa der Einfluss des Medikaments auf die Nierenfunktion, leiten wir daraus Schulungsthemen ab. So entsteht aus jeder Wechselwirkung ein Lerneffekt“, erklärt Munz. Ein weiterer Meilenstein in Sachen Arzneimittelsicherheit ist MEONA – die digitale Fieberkurve, die im Sommer als Pilotprojekt in Natters eingeführt wurde. Martin Munz bringt hier seine pharmazeutische Expertise in der elektronischen Abbildung und Prüfung von Arzneimitteln ein. Besonders spannend: die Definition von sogenannten „Triggern“ – digitale Warnsignale, anhand derer Patient:innen für eine pharmazeutische Prüfung vorgeschlagen werden. „Mit Meona schaffen wir die Grundlage, um automatisiert zu erkennen, welche Person ein besonders hohes Risiko für Wechselwirkungen hat. Das ist ein großer Schritt zur Erhöhung der Patientensicherheit“, berichtet Munz.  WECHSELWIRKUNG Apotheker Martin Munz (Mitte) beim Schulungsgespräch in Natters. Medikament im Joghurt: Die Apotheker:innen wissen, welche Verabreichungsform funktioniert und wo Wechselwirkungen entstehen können. Wir bringen einen anderen Blickwinkel ein Angelina Sonnleitner-Heglmeier

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