Hoch 3 | April 2026 | #41

15 R und 120 frischverletzte Patient:innen werden täglich in der Notaufnahme der Innsbrucker Klinik versorgt. Die Wundversorgung ist eine wichtige Kernkompetenz des Ambulanzteams: Von Schürf- oder Schnittwunden, Riss-Quetsch-Wunden bis hin zu Verbrennungen und Bisswunden ist alles dabei. „Reinigen, desinfizieren, wundversorgen“, schildert Andrea Hohenegger, Leitende Diplompflegerin der Ortho-Trauma-Akutambulanz, die Vorgehensweise. Der Faktor Zeit ist dabei entscheidend: „Frische Wunden gehören innerhalb von sechs bis acht Stunden versorgt, bevor die Wundränder schwieriger zusammenfinden.“ Für Sabine Abenthung, Leitende Diplompflegerin an der Plastisch-Chirurgischen Ambulanz, steht neben der akuten auch die langfristige Wundversorgung im Fokus: „Wir kümmern uns um frische Wunden und deren Nachbehandlung nach Verbrennungen, Amputationen, Nervenverletzungen und Operationen, aber auch um chronische Wunden wie Dekubitus, Tumore, Ulzera, Strahlenschäden und Erfrierungen. Auch Verletzungen im Gesicht fallen in unseren Aufgabenbereich.“ Mit eigener Nahttechnik und speziellem Instrumentarium wird im Gesicht auf die ästhetisch-rekonstruktiven Aspekte der Wundversorgung geachtet. VERNETZTE WUNDVERSORGUNG Je nach Wundart und -phase kommen auch „Netze“ in unterschiedlichen Varianten zum Einsatz. Wunddistanzgitter werden auf Wunden gelegt, bevor Baumwolltupfer und Verbandsmaterial folgen. Die sterile Abtrennung verhindert das Verkleben mit dem Verbandsmaterial. „Es gibt Netzauflagen mit besonderen Eigenschaften“, schildern die Pflegerinnen die Wirkungsweisen, „neben sterilen Distanzgittern gibt es welche mit Salbengrundlage oder desinfizierende mit Jod.“ Die Wirkstoffe dienen der Wundreinigung, bekämpfen Keime und unterstützen die Heilung. Vernetzt ist auch das „Wundmanagement“ als Beratungs-Netzwerk in der Pflege. Ausgebildete Wundmanager:innen stehen Stationen und Ambulanzen bei besonders herausfordernden Wunden zur Seite. Seit drei Jahren gibt es an der Innsbrucker Klinik Diplomierte Pflegepersonen im Wundkonsil, die in ärztlicher Absprache bei komplexen Fällen hinzugezogen werden können. ERFOLGSERLEBNIS WUNDE Michaela Schauer ist Diplompflegerin und Wundmanagerin im Flexipool im Krankenhaus Natters. „In der Pflege denken wir das Wundmanagement immer mit. Ich bereite meine Patient:innen auf jeden Verbandswechsel vor“, schildert sie, „manchmal schauen Wunden anders aus als erwartet, sie riechen oder Flüssigkeit tritt aus. Spreche ich das vorab an, muss niemand erschrecken.“ Auf die Frage, wie sie persönlich auf Wunden reagiert, schmunzelt Schauer: „Für mich gibt es keinen Graus. Ganz im Gegenteil, heilende Wunden sind ein Erfolgserlebnis!“ Seit sie die Weiterbildung zur Wundmanagerin absolviert hat, gibt Michaela Schauer je nach Diagnostik und ärztlicher Anordnung konkrete Vorschläge für Verbandsmaterialien und Verbandswechsel. In medizinischer Absprache werden so interprofessionelle Therapiepläne erstellt. „Wir arbeiten mit allen Fachbereichen zusammen“, betont sie, UNSERE GESCHICHTEN Wir arbeiten mit allen Fachbereichen zusammen Michaela Schauer Sabine Abenthung und Andrea Hohenegger (re.) demonstrieren Praktikantin Lena beim Fotoshooting einen Verbandswechsel.

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