Hoch 3 | April 2026 | #41

16 UNSERE GESCHICHTEN „onkologische Patient:innen oder Diabetiker:innen müssen auf Blutzucker, eiweißreiche Ernährung, Zusatzkost und Trinknahrung achten.“ Auch das Entlassungsmanagement ist mit der Wundmanagerin vernetzt und organisiert die Versorgung zu Hause. Seit 2025 teilt die Wundmanagerin ihr Wissen in einer achtköpfigen Arbeitsgruppe. Pro Fortbildung diskutiert sie ein Krankheitsbild: „Wir besprechen zum Beispiel, wie Verbandstoffe optimal eingesetzt werden.“ Auch Wundnetze stehen im Fokus: „Das Großartige an Netzgittern ist ihre Flexibilität. Man kann sie auf jede Größe zuschneiden, genau wie man es braucht.“ Ein Zukunftswunsch von Michaela Schauer ist der Aufbau eines Konsiliarsystems mit fixen Einheiten und klarer Zeiteinteilung für das Wundmanagement in Natters. MEDIZINISCHER HONIG ZUR WUNDHEILUNG Auch im Krankenhaus Hochzirl ist Wundversorgung Thema, denn dort werden Patient:innen meist über längere Zeiträume behandelt. Viele sind bettlägerig mit Durchblutungsstörungen, Druckgeschwüren oder dem Diabetischen Fußsyndrom. Patrick Reich ist Diplompfleger im Bereich Neurologie: „Für die Wundpflege ist es ein Vorteil, dass Personen länger stationär sind“, meint der ausgebildete Wundmanager, „im Akutbereich bleibt oft wenig Zeit für die Wundtherapie, durch die längere Verweildauer können wir den Wundverlauf gezielt beobachten.“ Langes Liegen erhöht das Druckgeschwür-Risiko: „Oft reicht der Transport von Süditalien nach Tirol aus“, meint Reich. Je nach Bedarf gibt er interprofessionell abgestimmte Empfehlungen zu Verbandstoffen und individuellen Therapieverfahren – vom medizinischen Honig über die Flächenlasertherapie bis hin zur V.A.C-Therapie mittels Unterdruck. „Jede chronische Wunde ist in einem alkalischen Bereich“, erklärt Reich, „der medizinische Honig besteht zu einhundert Prozent aus Manuka-Honig, ist steril und bringt den ph-Wert der Wunde ins Gleichgewicht.“ Vor allem bei Wunden, die durch altersbedingte Hautveränderungen entstehen, arbeitet der Wund-Experte gerne damit. Ein eigenes Wundkonsil gibt es in Hochzirl nicht, in einer Wundmanagement-Arbeitsgruppe mit mindestens einem Mitarbeitenden pro Station werden aber quartalsmäßig Schulungen abgehalten und Projekte umgesetzt. Patrick Reich brennt für das Thema: „In Hochzirl haben wir etwas Großartiges begonnen, alle ziehen am selben Strang und verfolgen ein gemeinsames Ziel!“  Weiterbildung WUNDMANAGEMENT AM AZW INNSBRUCK Ausbildungsdauer: 9 Monate berufsbegleitend Theoretische Ausbildung: 176 Unterrichtseinheiten Praktische Ausbildung: 40 Stunden Bewerbung bis 23. Oktober 2026 Ausbildungsbeginn 18. Jänner 2027 www.azw.ac.at Akademischer Hochschullehrgang WUNDMANAGEMENT SOWIE KONTINENZ- UND STOMAVERSORGUNG Lehrgangsdauer: 3 Semester, 60 ECTS Bewerbung bis 30.04.2026 Lehrgangsbeginn 19.10.2026 www.fhg-tirol.ac.at Michaela Schauer, Wundmanagerin am Standort Natters Patrick Reich, Wundmanager am Standort Hochzirl

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