20 UNSERE GESCHICHTEN Auf dem Handy von Sonja H. poppt eine Nachricht auf: „Einnahme Medikament“. Die ModularisApp meldet sich wie jeden Tag um 8 Uhr morgens. Was wie eine einfache Erinnerung klingt, ist für die 42-jährige Oberösterreicherin lebenswichtig. Vor vier Wochen erhielt Sonja eine neue Leber in der Innsbrucker Klinik. Nun ist sie wieder zuhause und doch eng mit dem Transplantationsteam in Innsbruck verbunden. Möglich macht das die ModularisApp, über die Sonja betreut wird. Die Anwendung erinnert sie an die Medikamenteneinnahme, dokumentiert Werte, strukturiert Rückmeldungen zu Symptomen und ermöglicht einen direkten Kontakt via Chat zur Transplantationschirurgie. Hanna Bernögger, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin an der Transplant-Station, betreut die App und ist die erste Ansprechperson für die Patient:innen vor und nach der Operation. Als Advanced Practice Nurse (APN) hat sie nicht nur die App maßgeblich mitentwickelt, sondern ist auch Schnittstelle zwischen Patient:innen, Pflege, Medizin und anderen Professionen. „Bei einer Transplantation sind viele Betroffene verunsichert. Es tauchen zahlreiche Fragen im Alltag auf, wenn niemand zur Seite steht“, erklärt die Pflegeexpertin Bernögger. „Die App ermöglicht hier schnell und unkompliziert mit uns in Kontakt zu treten, geprüfte Fachinformationen nachzulesen oder Trainings zu absolvieren. Sie unterstützt beim Selbstmanagement.“ STÄRKUNG DER EIGENEN KOMPETENZ Bereits bei der Erstvorstellung in der Transplantationskoordination können Betroffene in das TelehealthProgramm aufgenommen werden. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt eine strukturierte Begleitung als Vorbereitung zur OP bis zur Transplantation. Nach der Operation werden sie dann bis zu Das Smartphone als digitaler Begleiter vor und nach Transplantationen: Die an der Innsbrucker Klinik entwickelte ModularisApp integriert Telehealth direkt in den Alltag. Jederzeit und überall. TELEMEDIZIN: NÄHE TROTZ DISTANZ Text: Sabine Monthaler-Hechenblaikner Fotos: Gerhard Berger
RkJQdWJsaXNoZXIy MjYxMDA3