23 IM GESPRÄCH DIE IDEE FÜR MODULARIS KAM VOM TEAM DER TRANSPLANT-CHIRURGIE. WAS WAR IHRE AUFGABE IM PROJEKT? Ich habe das gesamte Projektmanagement für Modularis koordiniert und die inhaltliche Expertise von Initiatorin Hanna Bernögger und den anderen Fachbereichen organisatorisch unterstützt. Ich kümmerte mich um die Erstellung des Projektplanes, um die Terminorganisation und die Abstimmung mit allen beteiligten Professionen und dem externen Programmierer. Zusätzlich habe ich die administrativen Aufgaben übernommen. WAS IST DAS BESONDERE AN DER MODULARIS-APP? Das Besondere an Modularis ist – wie der Name schon sagt - der modulare Aufbau: Die App funktioniert wie eine flexible Plattform, die sich für jeden Patienten, jede Patientin individuell zusammenstellen lässt. Gleichzeitig verbindet sie Information, Betreuung und Monitoring und ermöglicht Telekonsultationen. Diese Form der integrierten Unterstützung gab es bisher noch nicht. Modularis ist so aufgebaut, dass sie künftig – nach der Pilotphase an der Transplant-Station – auch für andere Fachbereiche genutzt werden kann: Sie ist eine Art leere Hülle, die von jedem Bereich mit spezifischem Content befüllt und erweitert werden kann. SIE HABEN IN DEN TIROL KLINIKEN SCHON MEHRERE STATIONEN DURCHLAUFEN – WAS NEHMEN SIE DAVON MIT? Mit Oktober 2012 startete ich am LKH Hall, zuerst als Servicemitarbeiterin und Stationsassistentin als „Springerin“ auf allen Stationen. Später übernahm ich dann die Funktion der Stationsassistentin auf der Orthopädie und Traumatologie. Parallel zu meiner Tätigkeit habe ich berufsbegleitend Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen und Public Health studiert, und seit fünf Jahren bin ich Assistentin der Kaufmännischen Geschäftsführung. Für meine jetzige Arbeit ist es ein großer Vorteil, dass ich verschiedene Stationen und Aufgabenbereiche und die Abläufe kenne. Ich habe sehr viele verschiedene Sichtweisen mitbekommen und konnte mir ein breites Netzwerk aufbauen. Das kommt mir nun in der Projektarbeit zugute, gerade wenn es mehrere Bereiche betrifft, wie zum Beispiel bei der Umsetzung des Hitzeschutzprojekts. WAS SIND DIE GRÖSSTEN HERAUSFORDERUNGEN IN DER PROJEKTARBEIT? Die größte Herausforderung bei unseren Projekten besteht darin, alle Beteiligten so gut wie möglich und so früh wie möglich einzubeziehen. Oft zeigt sich erst im Verlauf des Projektes, dass neue Anforderungen entstehen oder man noch etwas überarbeiten oder anpassen muss. Das bedeutet, dass wir manchmal erst später die richtigen Ansprechpartner:innen dazuholen können. Dabei ist es aber wichtig, niemanden vor vollendete Tatsachen zu stellen. Gerade beim Projekt Modularis-App war dies sehr anspruchsvoll, weil wir hier sehr interprofessionell gearbeitet haben und viele Fachbereiche eingebunden waren. WIE HOLEN SIE ALLE BETEILIGTEN PERSONEN MIT AN BORD? Es ist sehr wertvoll, wenn man intern gut vernetzt ist, da es die Zusammenarbeit sehr erleichtert und man schnell die richtigen Personen einbinden kann. Das Wissen über Abläufe in unterschiedlichen Bereichen stärkt das gegenseitige Verständnis und beschleunigt die Abstimmungen – das war zum Beispiel beim Hitzeschutzprojekt der Fall. Grundsätzlich wird versucht, bei allen Projekten von Anfang an auf eine regelmäßige Kommunikation aller Beteiligten zu achten. Es gibt Kick-off-Meetings und danach kleinere, gezielte Abstimmungsrunden. Wichtig ist eine klare Ansprechperson zu definieren – bei Projekten wie Modularis, Hitzeschutz oder Faxumstellung wurde darauf geachtet, dass alle Anliegen schnell geklärt und Informationen schnell weitergegeben werden. Man darf nicht vergessen: Größere, aber auch kleine Projekte sind meist ein organisatorischer Eingriff in bestehende Strukturen und bringen tiefgreifende Veränderungen mit sich. Das braucht viel Kommunikation und entsprechende Begleitung. IM GESPRÄCH Text: Sabine Monthaler-Hechenblaikner | Foto: Gerhard Berger
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