15 E in Dienst mit dem Christophorus 1 dauert von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. „Jetzt Ende August sind wir von 06:00 bis 21:40 Uhr am Stützpunkt einsatzbereit“, erzählt Ursula Kammerlander-Knauer. Sie ist Anästhesistin an der Innsbrucker Klinik und seit 2019 im Team der ÖAMTC-Flugrettung. Als Mama von drei Kindern hat sie auch die dafür notwendige Ausbildung in Teilzeit absolviert und fliegt inzwischen regelmäßig ein bis vier Mal im Monat. „Der größte Unterschied zur Arbeit im Krankenhaus? Dort schlafen meine Patient:innen einen guten Teil der Zeit", beschreibt sie schmunzelnd. „In der Anästhesie betreuen wir viele Patient:innen kurz vor und nach einer Operation, vor allem aber während der Narkose. Als Notärztin hingegen erlebe ich Menschen auch oft in Ausnahmesituationen und habe ein sehr breites Einsatzspektrum. Das ist eine großartige berufliche Ergänzung zum OP-Saal.“ SICHER IM TEAM Höhenaffin war die Tirolerin schon immer. Ihre Leidenschaft ist das Skitourengehen, aber auch mit dem Mountainbike und zu Fuß ist Ursula Kammerlander-Knauer in den Bergen unterwegs. „Höhe war für mich nie ein Problem! Von Anfang an habe ich mich im Hubschrauber wohl und sicher gefühlt.“ Eine Sicherheit, die auch durch die enge Teamarbeit entsteht. Pilot, Flugretter und Notärztin entscheiden gemeinsam über das Vorgehen bei einem Einsatz, im Dreierteam muss man sich aufeinander verlassen können und gibt sich Rückendeckung. Man bewältigt schließlich auch gemeinsam extreme Situationen. „Sehr gut kann ich mich an eine Taubergung bei Hochnebel erinnern. Unser Pilot konnte ein Nebelfenster finden und wir haben es geschafft, die Patientin unter Zeitdruck per Tau zu bergen. Zu dritt, also Patientin, Flugretter und ich, sind wir dann am Tau über die Nebeldecke in Richtung eines sicheren Landeplatzes geflogen. Währenddessen lichteten sich plötzlich die Nebelschwaden und wir hatten gefühlt 1000 Meter Luft unter den Füßen sowie einen Blick über das ganze Inntal.“ Bungeejumpen oder Paragleiten steht für die Flugretterin trotzdem nicht auf der Agenda. „Ich bin als Kind zwar einmal vom 5-Meter-Turm gesprungen, der freie Fall reizt mich aber gar nicht“, so die Flugrettungsärztin. STEPHANIE KRÖLL Labor, LKH Hall Tagsüber analysiere ich im Labor in Hall Proben, aber meine wahre Energie tanke ich beim Hike & Fly im Zillertal. Bergbahnen oder stressige Thermikflüge brauche ich nicht – ich gehe lieber ganz früh morgens oder spät abends, wenn ich den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang fast für mich alleine habe. Nach acht Jahren in der Luft weiß ich einfach: Das ist der perfekte Kontrast zu Mikroskop und Zentrifugen. ⟩⟩⟩ UNSERE GESCHICHTEN
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