HOCH3, #43

10 UNSERE GESCHICHTEN Es beginnt mit einem stechenden Schmerz in der Brust. Der Atem geht plötzlich schwer, jeder Versuch, tief einzuatmen, verstärkt die Beschwerden. Was zunächst wie eine Muskelverspannung oder Herzbeschwerde wirken kann, entpuppt sich manchmal als Pneumothorax, also Luft zwischen Lunge und Brustwand. Wenn das passiert, kann sich die Lunge nicht mehr vollständig entfalten. „Viele Betroffene beschreiben Schwierigkeiten beim Durchatmen und einen plötzlich auftretenden Schmerz im Brustkorb, der bis in die Schulter- oder Schlüsselbeingegend ausstrahlen kann“, sagt Florian Augustin, Leiter des Teams für Thoraxchirurgie in Innsbruck. „Der Körper signalisiert sofort, dass etwas nicht stimmt.“ Normalerweise herrscht zwischen Lunge und Brustkorb ein Unterdruck. Dieser sorgt dafür, dass sich die Lunge mit jedem Atemzug ausdehnt. Gelangt Luft in diesen schmalen Spalt, hebt sie diesen Mechanismus auf. Die Folge: Die Lunge fällt teilweise oder vollständig zusammen. TYPISCH: GROSS, SCHLANK, JUNG Besonders häufig trifft ein spontaner Pneumothorax große, schlanke junge Menschen, oft ohne erkennbare Ursache. Auch Rauchen erhöht das Risiko deutlich, da es die Entstehung kleiner Luftblasen im Lungengewebe begünstigen kann. Daneben kommen LUNGENKOLLAPS Ein zusammengefallener Lungenflügel, ein aufgeblähter Bauch nach dem Essen, das befreiende Gefühl eines tiefen Atemzugs nach einem stressigen Tag. Was diese unterschiedlichen Erfahrungen verbindet, ist Luft. Sie kann Leben retten, Beschwerden verursachen und sogar unsere Psyche beeinflussen. HOCH³ hat recherchiert, was Luft in unseren Körpern bewirken kann. VON KOLLAPS BIS KONTROLLE Text: Michaela Speckbacher | Fotos: Gerhard Berger Drainage zur Behandlung eines Pneumothorax Kollabierte Lunge in der Bildgebung Der Körper signalisiert sofort, dass etwas nicht stimmt. Florian Augustin

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