11 ⟩⟩⟩ UNSERE GESCHICHTEN Lungenerkrankungen oder Verletzungen als Auslöser infrage. „Wir versorgen jährlich mehr als 50 Betroffene“, so Chirurg Augustin. Die Behandlung richtet sich nach Ausmaß und Beschwerden. Kleine Pneumothoraces verschwinden oft von selbst. Größere Luftansammlungen müssen über eine Drainage entfernt werden, damit sich die Lunge wieder entfalten kann. In manchen Fällen verhindert erst ein operativer Eingriff ein erneutes Auftreten. „Die moderne Thoraxchirurgie arbeitet heute vielfach minimalinvasiv“, erklärt Florian Augustin, „Für Betroffene bedeutet das weniger Schmerzen, kleinere Narben und eine raschere Rückkehr in den Alltag.“ Was bleibt, ist oft ein neues Bewusstsein für etwas Selbstverständliches – den nächsten tiefen Atemzug. Luft im Bauch hat kein gutes Image. Dabei ist sie zunächst einmal ein ganz normaler Bestandteil unserer Verdauung. Jeder Mensch schluckt beim Essen und Trinken Luft, zusätzlich entstehen Gase bei der Verarbeitung unserer Nahrung. Verantwortlich dafür sind vor allem die Milliarden Mikroorganismen, die den Darm besiedeln. Sie unterstützen die Verdauung und produzieren dabei verschiedene Gase. Die Folge können Blähungen, ein Druckgefühl im Bauch oder sichtbare Bauchumfangszunahmen sein. DICKE LUFT IM BAUCH „Gasbildung gehört zu einer gesunden Verdauung dazu. Problematisch wird sie erst, wenn Beschwerden entstehen oder die Symptome deutlich zunehmen“, erklärt Christoph Gögele, Gastroenterologe an der Abteilung für Innere Medizin am LKH Hall. Tatsächlich zählen Blähungen und Völlegefühl zu einem der häufigsten Gründe, warum Menschen eine gastroenterologische Ambulanz aufsuchen. Hinter den Beschwerden können unterschiedliche Ursachen stecken. Oft spielen Ernährungsgewohnheiten eine Rolle, manchmal liegen aber auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Reizdarmsyndrome oder chronischentzündliche Darmerkrankungen zugrunde. AUF SPURENSUCHE IM VERDAUUNGSTRAKT Für die Diagnostik steht heute eine Vielzahl an Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung. Neben Anamnese und Laboruntersuchungen kommen beispielsweise Atemtests zum Einsatz. Sie helfen dabei, Unverträglichkeiten gegenüber Milchzucker oder Fruchtzucker nachzuweisen. Je nach Beschwerdebild können auch Ultraschalluntersuchungen, Endoskopien, Stuhldiagnostik oder weiterführende funktionelle Diagnostik notwendig sein. Wichtig zu betonen ist, dass es die „normale“ Menge an Gasbildung nicht gibt, sondern die Toleranz ähnlich der Schmerzempfindung sehr individuell ist. „Die Herausforderung besteht darin, zwischen harmlosen Verdauungsbeschwerden und behandlungsbedürftigen Erkrankungen zu unterscheiden. Dafür ist eine sorgfältige und strukturierte Abklärung entscheidend“, sagt Internist Gögele. „Besonders aufmerksam sollten Patient:innen werden, wenn zusätzlich Warnsignale ⟩⟩⟩ Ein Atemtest kann Hinweise auf Erkrankungen geben. Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn zusätzlich Warnsignale auftreten. Christoph Gögele WENN DIE VERDAUUNG DRUCK MACHT
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