VIPP-SD | Videobasierte Intervention

„Frühes Hometreatment als neues Behandlungsangebot der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Bindungsbezogene Behandlung von 1-6-jährigen Kindern und ihren Eltern“ (Ann-Christin Jahnke-Majorkovits, PhD und Prof. Kathrin Sevecke)

In diesem Projekt wird die videobasierte Intervention VIPP-SD (Video-feedback intervention to promote positive parenting and sensitive disciplin) in Tirol (und in weiterer Folge auch im deutschsprachigen Raum) implementiert. Die VIPP-Methode wurde 2008 an der Universität Leiden in den Niederlanden entwickelt und basiert auf den Prinzipien der Bindungstheorie, dass eine sichere Bindung die Basis für eine gesunde geistige, körperliche und soziale Entwicklung des Kindes ist und maßgeblich von der Feinfühligkeit der Eltern beeinflusst wird. Daher sollte alles unternommen werden, um Eltern in ihrer Feinfühligkeit (insbesondere wenn das Kind bereits Verhaltensauffälligkeiten zeigt) frühzeitig zu unterstützen.

Die VIPP-SD-Methode ist eine manualisierte Kurzintervention mit 6-7 Hausbesuchen bei 1- bis 6-jährigen Kindern, bei der Videoaufnahmen der Interaktion zwischen Kind und Eltern in unterschiedlichen Alltagssituationen (spielen, essen, aufräumen oder ein Buch lesen) aufgezeichnet werden. Bei den Hausbesuchen werden die Videoaufnahmen gemeinsam mit den Eltern angeschaut und die konkreten Interaktionen zwischen Kind und Eltern in den einzelnen Videosequenzen analysiert.

In Kooperation mit der Universität Leiden wurde im März 2022 erstmals ein deutsches Training zur Anwendung der Methode mit Mitarbeiter:innen der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, dem SOS-Kinderdorf Imst und dem Krankenhaus Zams durchgeführt. Die Fortbildung richtet sich an alle interessierten Sozialarbeiter:innen, Pädagog:innen und Klinische Psycholog:innen, die im Bereich der Familienhilfe tätig sind. Das nächste deutschsprachige Training findet am 28.09., 29.09., 30.09., 03.10., 04.10., 12.10. und 13.10. jeweils von 09.30-14.30 via ZOOM statt. Nach dem Theorieteil ( 48 Stunden) wird die Methode im anschließenden Praxisteil ( 57 Stunden) unter Supervision angewendet. Nach der Anwendung unter Supervision erhalten die Teilnehmer:innen ein Zertifikat, das sie zur selbständigen Anwendung der Methode berechtigt. Die Gebühr für die gesamte Ausbildung inklusive der Supervision beträgt 1.500 € pro Person.Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte

ann-christin.jahnke-majorkovits@tirol-kliniken.at

Förderungen: Qualitätsförderungsprogramm 2021 – Tiroler Gesundheitsfond