Psychiatrie und Psychotherapie B

Fachstation für Drogentherapie

B3 – Fachstation für Drogentherapie und ambulante Sprechstunde  

Betten                 12
Lage:                   Haus 1, Eingang West
Tel.:                     050 504-88130
Fax:                     050 504-33135
E-Mail:                hall.pb.b3-leitstelle@tirol-kliniken.at

Die B3 ist eine Fachstation mit angeschlossener ambulanter Sprechstunde. Sie bietet ein spezialisiertes Angebot für DrogenkonsumentInnen, die Probleme mit ihrem Konsumverhalten haben, unter Begleiterkrankungen (negative Auswirkungen ihres Drogenkonsums) leiden und eine Veränderung anstreben.  Entsprechend den sehr unterschiedlichen Problemen und Bedürfnissen von DrogenkonsumentInnen, wird das therapeutische Angebot differenziert und  individuell abgestimmt. Der Behandlungsansatz umfasst sowohl die Stabilisierung (des Konsumverhaltens, psychischen Zustands) unter Substitutionsbehandlung, als auch Hilfestellung zum Erreichen einer abstinenten Lebensgestaltung, wobei dafür einige Voraussetzungen gegeben sein müssen. Bei fortgesetztem Drogenkonsum steht die Schadensminimierung im Vordergrund. Die Station bietet einen Schutzraum und bemüht sich um ein günstiges Klima zur körperlichen und psychischen Erholung und Stabilisierung. Voraussetzungen sind Freiwilligkeit zur Behandlung, Bereitschaft zum Verzicht auf nicht verordnete Substanzen während des stationären Aufenthaltes, Anerkennung der Therapievereinbarung und eine bestehende Sozialversicherung.

Aufnahmemodalitäten

Eine stationäre Aufnahme ist nur nach vorhergegangener Anmeldung möglich. Die Anmeldung erfolgt telefonisch über die B3 Sprechstunde, die auch bei der Vorbereitung zur stationären Therapie behilflich ist (Klärung bzw. Erarbeiten der Voraussetzungen für eine stationäre Behandlung, erstellen  individuell abgestimmter Therapieziele- und pläne (medizinisch/psychosozial), bei Bedarf unter Einbeziehung von Angehörigen, Unterstützung und Vermittlung von geeigneten Hilfsmaßnahmen in akuten Krisensituationen).   

Anmeldung zur stationären Drogentherapie

Montag - Donnerstag von 13.30 Uhr – 16.00 Uhr unter

Tel.: 050 504-88230 (B3 Sprechstunde)

Therapieangebot

  • „Warmer“ Entzug (Voll- und Teilentzüge): Körperliche Entzugsbehandlung mit Medikamenten, Bädern, Massagen, Aromapflege, u.a.
  • Diagnose und gegebenenfalls Therapie von körperlichen und psychiatrischen Begleiterkrankungen
  • Beratung und Hilfestellung bei der Klärung sozialer Probleme
  • Soziales Kompetenztraining
  • Psychotherapeutische Einzel- und Gruppengespräche
  • Psychologische Beratung
  • Physiotherapeutische Behandlungen
  • Entspannungstherapie
  • Einbeziehung von Angehörigen
  • Sport- und Bewegungstherapie
  • Aktive Freizeitgestaltung
  • Vorbereitung für und Vermittlung in eine weiterführende stationäre Behandlung oder ambulante Nachbetreuung

Therapieziel

Therapieziele werden je nach Problemlage und Veränderungswünschen individuell vereinbart und reichen von körperlicher und/oder psychischer Stabilisierung bei Krisen, über Veränderungen des Konsumverhaltens bis hin zu drogenfreien Erfahrungen. Dadurch können auch Voraussetzungen für ein drogenfreies Leben geschaffen und nächste Schritte am Weg dorthin eingeleitet werden.

Therapiedauer

Wird individuell vereinbart, durchschnittliche Dauer ca. 3-5 Wochen.

Therapie-und Krankheitsverständnis

Sucht ist eine chronische Erkrankung (wie sie in der Medizin häufig vorkommen z.B. hoher Blutdruck, die Zuckerkrankheit, Asthma u.v.a.) und das Prinzip ihrer Behandlung entspricht dem jeder anderen chronischen Erkrankung. Dabei orientiert sich das therapeutische Vorgehen nicht an der Heilung der Erkrankung, sondern am chronischen Verlauf, mit dem Ziel Beschwerden zu lindern, Komplikationen, akute (lebensbedrohliche) Krisen, sekundäre Schäden so weit als möglich zu verhindern und den PatientInnen - trotz Erkrankung - die bestmögliche Lebensqualität zu sichern.

Suchttherapie ist eine sehr effiziente Behandlung, wenn sie sich, individuell abgestimmt und angepasst, an den jeweils bestehenden Störungen und Problemen orientiert, die im Verlauf der Erkrankung auftreten. Suchttherapie ist keine Einheitsbehandlung, sondern braucht die differenzierte und diversifizierte Anwendung aller ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten (verschiedene medizinisch-pharmakologische, psychologische, sozio-psychotherapeutische) und benötigt dafür die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen. Dabei hat sie sich an den Bedürfnissen der PatientInnen zu orientieren und darf an keine Bedingungen geknüpft werden. Suchttherapie ist keine pädagogische oder ordnungspolitische Maßnahme, sondern langfristig angelegte (mitunter lebenslange) medizinisch-therapeutische Hilfe, auf die kranke Menschen ein Anrecht haben (wie alle anderen chronisch kranken Menschen auch).

In diesem Verständnis von Suchttherapie, das sich von forcierten Heilungsversuchen löst und sich darauf konzentriert, Schäden zu reduzieren und wenn möglich zu vermeiden, bzw. bestehende Schäden zu behandeln, liegen große Chancen, tatsächliche Verbesserungen des Gesundheitszustandes und der Lebensqualität Opiatabhängiger zu erreichen, auch wenn der Drogenkonsum (noch) nicht beendet werden kann. Auf diese Weise können Veränderungen bewirkt werden (in Richtung psychischer und sozialer Stabilität und körperlicher Gesundheit), die als Voraussetzung gelten, damit für einen Teil der Abhängigen in der Folge auch das Erreichen einer stabilen und dauerhaften Abstinenz möglich werden kann.