Psychiatrie und Psychotherapie B

Psychotherapie und Psychosomatik

B5 – Stationäre Psychotherapie und Psychosomatik

Betten  16
Lage:     Haus 2, EG
Tel.:       050 504-88150
Fax:       050 504-33155
E-Mail:  hall.pb.b5-leitstelle@tirol-kliniken.at

Herzlich willkommen!

UNSERE EINRICHTUNG
Die B5 bietet eine umfassende psychiatrisch psychotherapeutische stationäre Behandlung und Begleitung durch ein integratives, multiprofessionelles Team.  Die Station B 5 ist überregional zuständig.

Therapiedauer
In 4-wöchigem Abstand werden maximal  acht  PatientInnen  gemeinsam aufgenommen für eine 8-wöchige Therapie. Der Aufenthalt wird jedes zweite Wochenende mit einem Heimurlaub unterbrochen.  In dieser Zeit ist die Station geschlossen.

Therapieangebot
Gruppenpsychotherapie ( Psychodrama)
Einzelpsychotherapie
Ergotherapie  u. Gestaltungstherapie
Bezugspflegespräche
Gemeinsame Freizeitaktivitäten
Stationsgruppe
Auseinandersetzung mit dem Stationsalltag
Entspannungsgruppe (Klangschalen)
Übungen zur besseren Körperwahrnehmung
Paar- und  Familiengespräche
Medizinisch psychiatrische Einzelvisiten
Sozialarbeit

Sehr gute Erfolge haben wir u.a. bei folgenden Störungsbildern:
Persönlichkeitsstörungen, schweren Beziehungskrisen
Affektiven Störungen - Depressionen
Angst- und Panikstörungen
Zwangsstörungen
Posttraumatischen Belastungsstörungen
Abhängigkeitserkrankungen nach körperlichem Entzug
Essstörungen, solange körperlich ausreichend stabil
Somatoformen Störungen, wenn körperliche Leiden abgeklärt sind

AUFNAHME
Sie können bei uns für eine 8-wöchige stationäre Therapie aufgenommen werden, wenn sie sich in einer schweren Lebenskrise befinden, unter psychiatrischen Krankheiten und/oder (psycho)somatischen Beschwerden leiden. Unser Angebot kann auch weiterhelfen, wenn sie immer wieder auftretende psychische Probleme vertieft bearbeiten wollen und eine ambulante Psychotherapie sich als nicht ausreichend erweist.

Besprechen sie sich mit ihrem Arzt oder Psychotherapeuten und  vereinbaren Sie einen Termin für ein Vorgespräch auf unserer Station.

Die Indikationsstellung für einen stationären Aufenthalt erfolgt in einem Vorgespräch auf Station B5.
In diesem Vorgespräch kann geklärt werden ob unsere Einrichtung für ihre Bedürfnisse und Ziele hilfreich sein kann. Sie haben dabei die Gelegenheit die Station und Rahmenbedingungen kennen zu lernen und für sie wichtige Fragen zu klären.  Sollten wir zunächst keine Stationäre Behandlung vereinbaren, sind wir bemüht mit Ihnen nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten zu sehen.

Voraussetzungen für eine Aufnahme sind:
Volljährigkeit, Eigenmotivation, Krankheits- und Behandlungseinsicht, ausreichende Stabilität, Gruppenfähigkeit, Bereitschaft sich in einer Gruppe einzufügen und auseinander zu setzen

THERAPIEKONZEPT 
Die Station B 5 versteht sich als Fachstation für Psychotherapie und Psychosomatik im Primariat B des LKH Hall und zielt auf die Behandlung von Patienten mit Indikation zur gezielten stationären psychotherapeutischen Behandlung bei geringem Bedarf an spezialisierten somatischen und sozialen Interventionen.

Die Station B5 bietet stationäre Kurzzeit-Psychotherapie für 8 Wochen an. Dabei stehen folgende Zielsetzungen im Vordergrund: Reduzierung bzw. weitgehende Abmilderung der Symptomatik, das Fördern von reflexiver Selbstzuwendung und Anstöße zu beginnenden Umstrukturierungsprozessen hinsichtlich der Persönlichkeit.

Im Unterschied zur ambulanten Psychotherapie wird hier die vertrauensvolle Atmosphäre durch ein ganzes Team, bestehend aus MitarbeiterInnen unterschiedlicher Berufsgruppen geschaffen. Bei uns arbeiten: ÄrztInnen, Klinische- und GesundheitspsychologInnen, PsychotherapeutInnen und ErgotherapeutInnen, diplomiertes Psychiatrisches Gesundheits- und Krankenpflegepersonal, Pflegehelfer, und  Stationshilfen.  Stundenweise stehen uns eine Sozialarbeiterin und Physikotherapie sowie Konsiliarfachärzte zur Verfügung.

Stationäre Psychotherapie bedeutet, dass Gruppenprozesse in vielerlei Hinsicht eine Rolle spielen (s. B. Strauß und D. Mattke in V. Tschuschke, Hrsg.,: Praxis der Gruppenpsychotherapie), nämlich:

  • in der therapeutischen Gruppe
  • innerhalb der Patientengruppe im Stationsalltag (Großgruppe)
  • innerhalb des Teams
  • in den meist komplexen Patienten-Behandler-Beziehungen

Dies erfordert ausreichend Zeit und geeignete räumliche Bedingungen, um das  Beziehungsgeschehen aller Beteiligten zu analysieren, in seiner möglichen Bedeutung zu erkennen, um Veränderungsmöglichkeiten anzuregen und zu begleiten.

Psychotherapie umfasst klar definierte Behandlungsmethoden, die bei psychiatrischen (z.B. Depressionen), psychosomatischen (z.B. chronischen Schmerzen, Essstörungen) und psychosozialen (z.B. Lebenskrisen oder Berufsprobleme) Leidenszuständen angewandt werden. Psychotherapie hilft, bestehende Symptome zu mildern oder zu beseitigen, störende Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern sowie die Reifung, Entwicklung und Gesundheit zu fördern. Psychotherapie vermittelt und erfordert vertrauensvolle Beziehungen in einer geschützten Atmosphäre.

Moderne Konzepte stationärer Psychotherapie weisen deutliche „integrative Züge“ auf, und zwar sowohl hinsichtlich der Schulen spezifischen Ausrichtung als auch der Multiprofessionalität. Unter Berücksichtigung der doch beträchtlichen Verschiedenheit der psychotherapeutischen Ansätze lassen sich jedoch folgende Schwerpunkte nennen: Die Station versteht sich prinzipiell als psychodynamisch ausgerichtet (systemische Familientherapie, Psychodrama, Gesprächspsychotherapie) bei gleichzeitiger tiefenpsychologisch-existentieller Orientierung.

Der Mensch wird von seinem Wesen her als Handelnder verstanden, der von Grund auf in sozialen Interaktionen steht. Gesunde menschliche Entwicklung bedarf sozialer Einbettung und eines ausreichenden Angebotes an positiven kommunikativen Möglichkeiten. Seelische Krankheit geht demgemäß immer auch mit einer Einengung der kommunikativen, sozialen Ebene einher. Es ist unser Ziel, den einzelnen Menschen nicht nur als passiven „Patienten“ zu sehen, sondern ihn als aktiven Gestalter seiner Beziehungswelt anzusprechen und ihn zu neuen adäquateren Handlungsweisen anzuregen. Diese Handlungsweisen schließen dabei sowohl die intra- als auch die interpersonelle Ebene mit ein. Dadurch sollen neue bzw. angemessenere Antworten und Handlungsmöglichkeiten für Situationen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gefunden werden

Psychotherapie im stationären Kontext
 
 Spezifisch für stationäre Psychotherapie ist ein gezieltes Zusammenwirken der verschiedenen therapeutischen Wirkebenen mit folgendem Ziel: Erreichen eines therapeutischen „Synergieeffekts“ (= qualitativer Unterschied zur „Psychotherapie auf Station“). Die Station fungiert als sozialer Mikrokosmos, wo verschiedenste Beziehungen bzw. Beziehungsebenen aktualisiert werden können. Der therapeutische Effekt soll aus der Einholung bzw. Reflexion dieses Beziehungsgeschehens erfolgen. („Das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile“) Daraus ergibt sich, dass die Behandlung der PatientInnen nicht ausschließlich in der jeweiligen Therapie durch den/die TherapeutInnen erfolgt, sondern zu einem wesentlichen Anteil durch den wechselseitigen Einfluss der PatientInnen untereinander und zum gesamten Team.

  1. Therapeutischer Wochenplan (Beispiel)
  2. Therapievertrag