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Weniger Krankenstände - weniger Notfälle

Weniger Krankenstände - weniger Notfälle

07.05.2021
Kinästhetik ist die Lehre der bewussten Körperwahrnehmung und -bewegung. Das klingt sehr theoretisch und kompliziert. Was heißt Kinästhetik aber im täglichen Leben einer Pflegerin/ eines Pflegers? Was verändert sich dadurch? Und was haben die KlientInnen und PatientInnen davon?

Am 5. Mai wurde die Landes-Pflegeklinik Tirol re-ausgezeichnet für die professionelle Betreuung und Pflege nach den Grundsätzen von MH® Kinaesthetics. In einem eineinhalb jährigen Prozess im Auftrag der Pflegedirektion wurden alle Stationen begleitet, evaluiert und Ende April von einer unabhängigen Kommission beurteilt.

Die Pflege selbst wurde gebeten zu berichten, was sich verändert habe, seit die Bewegungslehre der Kinästhetik Einzug gehalten hat in den Arbeitsalltag. Gerhard Speckbacher, leitender Diplompfleger: „Trotz des extrem schwierigen Corona-Jahres hatten wir weniger Krankenstände unter den Pflegerinnen und Pflegern seit nach kinästhetischen Grundsätzen gearbeitet wird“. „Seit wir unsere Klientinnen und Klienten mit Hilfe von Kinästhetik bewegen und positionieren, gibt es beispielsweise weniger Notfälle beim Verschlucken.“, so Bettina Giner, MH Kinaesthetics Expertin der LPK. Elisabeth Eller, leitende Diplompflegerin, berichtet: „Die Klientinnen und Klienten können vermehrt normale Kost zu sich nehmen, da das Pflegepersonal sich durch die Schulungen und das Wissen um die Bewegungsvorgänge im Körper sicherer fühlt, die Zusammenhänge der Abläufe sichtbar werden und damit auch die Erfolgserlebnisse.“

Früher wurden KlientInnen beim Mobilisieren hochgehoben. Viele Bewegungsabläufe wurden von der Pflege übernommen. Dabei blieb den oft mental und / oder körperlich beeinträchtigten Personen keine Zeit, sich auf die Umstellung vorzubereiten. Die Fähigkeiten der KlientInnen konnten nicht so gut eingeschätzt werden. Mit Kinästhetik wird gerollt, gehalten, angeleitet und last but not least: kräfteschonend gearbeitet. Heute, nachdem die Lehre der Kinästhetischen Pflege Normalität ist an der LPK, nimmt man einen merklichen Rückgang an Schmerzmedikation wahr. Die KlientInnen sind ruhiger, werden bei Veränderungen weniger gestresst und arbeiten bei den Positionsveränderungen sogar mit. Auch zierliche PflegerInnen können schwere KlientInnen bewegen und mobilisieren. „Ein verrissener Rücken kommt jetzt eher mal vom Gartln in der Freizeit, als von der Arbeit“, so eine Pflegerin.

„Wir sind stolz, dass in unserem Haus Kinästhetik flächendeckend angewendet wird. Es ist keine Theorie mehr, sondern gelebter Alltag. Die positiven Effekte spüren wir alle, das Personal, die Personalverantwortlichen, die Klientinnen und Klienten und damit auch die Angehörigen“, so Armin Graber, Pflegedirektor der LPK.

„Wir fühlen uns mittlerweile als ein Kompetenzzentrum für Kinästhetik. So kommen zusehends neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beziehungsweise Praktikantinnen und Praktikanten zu uns, weil Kinästhetik an der LPK gelebt wird!“, erklärt Thomas Peskoller, Kaufmännischer Direktor der LPK.

Kursangebote
„Als erste Langzeit-Pflegeeinrichtung Tirols mit der MH Kinaesthetics Re- Auszeichnung möchten wir unsere Kursangebote in Zukunft auch für externe Einrichtungen zugänglich machen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anderer Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit bieten, an unserem Schulungsprogramm teilzunehmen“, verweist Bettina Giner auf das Angebot der LPK.

Fotos:
Übergabe Zertifikat (LPK/Posch) v.l.: Carmen Steinmetz-Ehrt, Geschäftsführerin von Kinaesthetics-mlh GmbH DE, Armin Graber, Pflegedirektor LPK, Bettina Giner, MH Kinaesthetics Expertin LPK, Ulrike Resch-Kröll, Geschäftsführerin KMLH AT/IT KG, Monika Praxmarer, MH Kinaesthetics Expertin LPK a. D.

Gruppenfoto (tirol kliniken/Schirmer) v.l.: Ulrike Resch-Kröll, Geschäftsführerin KMLH AT/IT KG; Gabriela Heß, Ärztliche Direktorin LPK; Thomas Peskoller, Kaufmännischer Direktor LPK; Christine Pauli-Jagoditsch, MHK Dozentin und Trainerin, Carmen Steinmetz-Ehrt, Geschäftsführerin Kinaesthetics-mlh GmbH Deutschland; Armin Graber, Pflegedirektor LPK; Bettina Giner, MH Kinaesthetics Expertin der LPK

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