3. Tiroler Demenzsymposium: Austausch, Innovation und Inklusion im Fokus
29.01.2026
Mit dem 3. Tiroler Demenzsymposium am 28. Januar 2026 wurde erneut ein starkes Zeichen für fachlichen Austausch, interdisziplinäre Zusammenarbeit und das gemeinsame Engagement für eine inklusive Gesellschaft für Menschen mit Demenz gesetzt.
Mehr als 300 Interessierte, die Menschen mit Demenz begleiten, betreuen, pflegen und behandeln, nutzten die Gelegenheit, sich am Ausbildungszentrum West umfassend zu informieren, weiterzubilden und miteinander zu vernetzen. Nach den erfolgreichen Symposien 2020 und 2023 knüpfte die Veranstaltung – organisiert von der Initiative „Demenz braucht Kompetenz“ der tirol kliniken in Zusammenarbeit mit der Koordinationsstelle Demenz des Landesinstituts für Integrierte Versorgung Tirol – an das bewährte Konzept aus Fachvorträgen und praxisnahen Workshops an und griff aktuelle Entwicklungen in Medizin, Wissenschaft, Gesellschaft und Sozialpolitik auf.
Das vielfältige Programm spannte einen Bogen von Prävention und Früherkennung demenzieller Erkrankungen über gesundheits- und sozialpolitische Fragestellungen bis hin zu neuen, hochaktuellen Therapiestrategien. Ziel war es, Fachpersonen aus unterschiedlichen Disziplinen sowie Interessierte anzusprechen, die Menschen mit Demenz und ihre Bezugspersonen begleiten.
In den vergangenen Jahren hat sich rund um das Thema Demenz viel bewegt: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, digitale Innovationen und innovative Unterstützungsangebote eröffneten neue Perspektiven, während bewährte Ansätze weiterhin eine wichtige Rolle spielten. Gleichzeitig veränderte sich der gesellschaftliche Diskurs: weg von Stigmatisierung, hin zu Teilhabe und Inklusion.
„Demenz betrifft nicht nur einzelne Betroffene und ihre Familien, sondern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Mit dem Tiroler Demenzsymposium haben wir einen Raum geschaffen, in dem Wissen geteilt, Perspektiven verbunden und gemeinsame Lösungen weiterentwickelt werden können“, betont Verena Bramböck, Leiterin der Koordinationsstelle Demenz am Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol.
Der Vormittag des Symposiums widmete sich aktuellen medizinischen, gesellschaftlichen und sozialpolitischen Entwicklungen. Am Nachmittag folgten vertiefende Workshops, in denen bewährte und innovative Konzepte, Good-Practice-Beispiele und Projekte vorgestellt und gemeinsam weitergedacht wurden.
„Kompetenz im Umgang mit Demenz entsteht durch Vernetzung, kontinuierliches Lernen und den Austausch zwischen Praxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Genau dafür bot das Symposium eine wichtige Plattform“, erklärt Beate Czegka, Koordinatorin der Initiative „Demenz braucht Kompetenz“ der tirol kliniken.
Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf dem Perspektivenwechsel hin zu einem respektvollen, bedürfnisorientierten Umgang mit Menschen mit Demenz und ihrer aktiven Einbindung in die Mitte der Gesellschaft.
„Die Fortschritte in Diagnostik und Therapie demenzieller Erkrankungen sind ebenso wichtig wie der Blick auf Lebensqualität, Teilhabe und individuelle Bedürfnisse. Das Symposium brachte diese Ebenen auf vorbildliche Weise zusammen“, sagt Michaela Defrancesco, Psychiaterin und Leiterin der Gedächtnissprechstunde der Innsbrucker Univ.-Klinik für Psychiatrie I.
Das dritte Tiroler Demenzsymposium verstand sich als Einladung zum Dialog, zum gemeinsamen Lernen und zur Vernetzung. Es machte deutlich, dass die Schaffung guter Rahmenbedingungen für ein Leben mit Demenz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist – heute ebenso wie in Zukunft.
Über die Initiative Demenz braucht Kompetenz & die Koordinationsstelle Demenz Tirol
Die seit dem Jahr 2014 bestehende Initiative „Demenz braucht Kompetenz“ rückt Demenz und Delir in den tirol kliniken verstärkt in den Vordergrund. Damit Mitarbeiter:innen gut geschult sind und betroffene Patient:innen kompetent und sensibel begleitet werden. Das vorhandene Wissen und die Kompetenz werden gestärkt, weiterentwickelt und allen zugänglich gemacht.
Die Koordinationsstelle Demenz des Landesinstitutes für integrierte Versorgung Tirol beschäftigt sich mit der Lebenssituation von Menschen mit Demenz sowie deren Bezugspersonen. Eine zentrale Aufgabe ist der Auf- und Ausbau eins nachhaltigen Netzwerkes in der Tiroler Unterstützungslandschaft.
Seit 2017 besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Initiative Demenz braucht Kompetenz der tirol kliniken und der Koordinationsstelle Demenz Tirol, wie auch mit Mitarbeiter:innen der Medizinischen Universität Innsbruck.
Weitere Informationen und Bilder zur Veranstaltung finden Sie hier.
