LKH Hall strukturiert Psychiatrie neu: Drei Fachbereiche und innovative Behandlungskonzepte für moderne Versorgung
Das Landeskrankenhaus Hall hat die Psychiatrieabteilungen A und B zu einer gemeinsamen Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie unter der Leitung von Franz Altenstrasser zusammengeführt. Die neue Struktur umfasst drei klar definierte Fachbereiche: Akutpsychiatrie, Abhängigkeitserkrankungen und Psychotherapie, Gerontopsychiatrie und Forensik
Mit der Bündelung der bisherigen Strukturen, rund 400 Mitarbeiter:innen und mehr als 220 Betten stärkt das LKH Hall seine Position als größte Psychiatrie Westösterreichs. Ergänzend zu dieser Neuorganisation ermöglichen innovative Behandlungskonzepte eine noch stärkere patient:innenorientierte Versorgung.
Neue Behandlungskonzepte als Antwort auf steigenden Bedarf
„Die Nachfrage nach psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – insbesondere im stationären Bereich. Das LKH Hall reagiert darauf mit zukunftsorientierten Versorgungsmodellen, um Patientinnen und Patienten weiterhin qualitativ hochwertig und bedarfsgerecht betreuen zu können“, so Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele. Dafür werden in Zukunft neben der Sicherstellung eines starken regionalen Angebots auch überregionale Schwerpunkte – insbesondere in der Suchtbehandlung und Gerontopsychiatrie – weiter ausgebaut.
Geplant ist dies unter anderem durch teilstationäre Angebote wie eine weitere Tagesklinik oder das Projekt „Neue Konzepte in der Behandlung Adoleszenter in der Erwachsenenpsychiatrie“, mit dem Ziel, akute Krisen besser behandeln zu können und den Übergang aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie in den Erwachsenenbereich therapeutisch schon früh zu gestalten.
Diese Ansätze tragen dazu bei, Versorgungslücken zu schließen, Rückfälle und Wiederaufnahmen zu reduzieren und flexible, lebensnahe Behandlungswege zu ermöglichen. Gleichzeitig entlasten sie stationäre Kapazitäten und verbessern neben der Behandlungsqualität auch die Ausbildungsqualität der Ärzt:innen.
Breite Expertise am Standort Hall
Die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am LKH Hall ist die größte psychiatrische Einrichtung Westösterreichs. Sie versorgt die Bezirke Kitzbühel, Innsbruck-Land, Schwaz, Imst, Landeck und Reutte und bietet darüber hinaus spezialisierte überregionale Leistungen. Das multiprofessionelle Team deckt die Bereiche Akutpsychiatrie, Abhängigkeitserkrankungen, Gerontopsychiatrie, Psychotherapie sowie Forensik ab und gewährleistet eine umfassende psychiatrische Behandlung und Betreuung in allen Versorgungsbereichen. Die Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie rundet dieses ganzheitliche Angebot am Standort Hall ab.
Die bestehenden Stationen und Ambulanzen sind den neuen Fachbereichen klar zugeordnet. Im Zentrum steht eine konsequent patient:innenorientierte Versorgung. „Durch die enge Abstimmung der Patientenströme und nahtlos ineinandergreifende Behandlungsprozesse kann individueller auf Bedürfnisse eingegangen werden. Das ermöglicht eine kontinuierliche Betreuung über verschiedene Behandlungsschritte hinweg und sorgt für hohe Versorgungsqualität, effizientere Abläufe und spürbare Entlastung im klinischen Alltag“, erläutert Franz Altenstrasser, Primar der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie am LKH Hall.
Mit ihrer breiten fachlichen Basis eröffnet die Abteilung ihren Mitarbeiter:innen vielfältige Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten, etwa durch Ausbildungsrotationen, und stärkt damit die Position der tirol kliniken als attraktiver Arbeitgeber im Gesundheitswesen.
Neubau als sichtbares Zeichen der Zukunftsorientierung
Herausforderungen wie personelle Engpässe, steigende Patient:innenzahlen und begrenzte räumliche Kapazitäten begegnet das LKH Hall mit innovativen Projekten. „Ein zentrales Vorhaben ist der geplante Neubau von Haus 2, dessen Fertigstellung für 2029 vorgesehen ist. Das Gebäude folgt dem Konzept eines ‚Healing Environment‘: viel Tageslicht, begrünte Terrassen und architektonische Strukturen, die Natur, Ruhe und Therapie verbinden. So entsteht ein modernes Umfeld, das Genesung fördert, den CO₂-Fußabdruck reduziert und Nachhaltigkeit mit Menschlichkeit vereint“, erklärt Thomas Klestil, Medizinischer Geschäftsführer der tirol kliniken.
Psychiatrische Pflege als tragende Säule der Versorgung
Eine Schlüsselrolle kommt der psychiatrischen Pflege zu. Pflegefachpersonen begleiten Patient:innen rund um die Uhr und sind damit besonders nahe am Menschen – im Alltag ebenso wie in Krisensituationen. Sie wirken aktiv am Behandlungsprozess mit, erkennen frühzeitig Veränderungen, tragen wesentlich zur Stabilisierung bei und sorgen durch professionelle Deeskalation für Sicherheit auf den Stationen. Beziehungsgestaltung ist dabei ein zentrales Element. Der Umgang mit Selbst- und Fremdgefährdung stellt eine besondere Herausforderung dar, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten. Gleichzeitig ist die psychiatrische Pflege ein vielseitiges, verantwortungsvolles und sinnstiftendes Berufsfeld.
Angesichts zunehmender psychischer Belastungen in der Gesellschaft gewinnt dieses Berufsfeld weiter an Bedeutung. Um den hohen fachlichen Anforderungen gerecht zu werden, stehen unterschiedliche Ausbildungs- und Spezialisierungswege offen. Die tirol kliniken legen großen Wert darauf, die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter:innen zu fördern. Die anfallenden Ausbildungskosten werden in der Regel übernommen.
ZUR PERSON: Primar Dr. Franz Altenstrasser
Mit Jänner 2026 hat Primar Dr. Franz Altenstrasser die Leitung der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Landeskrankenhaus Hall übernommen. Bereits Anfang 2023 hatte er die Führung der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie B inne, nachdem er seit 2021 interimistisch sowohl diese Funktion als auch die Position des stellvertretenden Ärztlichen Direktors ausgeübt hatte. Der Psychiater und Psychotherapeut arbeitet seit mehr als 26 Jahren am Landeskrankenhaus Hall vorrangig im Akut- und Krisenbereich. 2012 übernahm er als stationsführender Oberarzt die Station B1 (seit Jänner 2026 Akutpsychiatrie 3). Neben seiner beruflichen Tätigkeit im Haus ist er in verschiedenen psychiatrischen Fachge-sellschaften und Vereinen sowie in der Lehre tätig. Sein persönliches Engagement zeigt sich auch durch wiederholte Einsätze im Ausland für Ärzte ohne Grenzen.
ZUM NEUBAU PSYCHIATRIE (HAUS 2)
Derzeit laufen die Planungstätigkeiten und internen Abstimmungen rund um den Neubau der Psychiatrie.
Eckdaten
- Baustart soll mit dem Abbruch des Altbestandes im Herbst 2026 stattfinden.
- Fertigstellung/Inbetriebnahme voraussichtlich im 1. Quartal 2029
- Größe: ca. 13.500 m2 Bruttogeschoßfläche bzw. ca. 55.000 m3 Bruttorauminhalt
- Die genehmigten Kosten liegen bei Ꞓ 68,5 Mio.
- Bauweise: Oberhalb des erdberührenden Bereiches wird ein Massivholzbau errichtet und es werden möglichst viele Holzoberflächen (Decken, Wände, tragende Säulen etc.) sichtbar gelassen. Dies hat laut Studien aus skandinavischen Ländern einen positiven Einfluss auf die Psyche und Medikation der Patient:innen (healing architecture).
Folgende Bereiche sind im neuen Gebäude vorgesehen:
- Psychiatrische Stationsbereiche Akutpsychiatrie 1, Akutpsychiatrie 2, Gerontopsychiatrie 2 der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie des LKH Hall mit insgesamt 75 Betten
- Ein Großteil des Therapie- und Gesundheitszentrums (TGZ) Mutters der Universitätsklinik für Psychiatrie I mit 20 Betten
- Ein Großteil des psychiatrischen Stationsbereiches Suchtabteilung 2 der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie am LKH Hall mit 24 Betten
- Zentraler Ver- und Entsorgungsbereich für die Häuser 1 bis 4
Die Neuerrichtung von Haus 2 erfolgt in mehreren Phasen und soll stufenweise in Betrieb genommen werden.
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