TeleHealth-App stärkt Versorgung von Transplantationspatient:innen
06.07.2026
Mit der TeleHealth-App "Modularis", entwickelt an der Innsbrucker Klinik für Transplanta-tionschirurgie, setzen die tirol kliniken einen weiteren Schritt in Richtung moderner, orts-unabhängiger Patient:innenversorgung.
Modularis ist eine TeleHealth-App zur Begleitung von Patient:innen vor und nach einer Lebertransplantation. Sie ergänzt das bestehende Betreuungsprogramm der Innsbrucker Klinik für Visceral-, Transplantations-, und Thoraxchirurgie und macht grundlegende Informationen für Patient:innen rund um die Uhr zugänglich. Entwickelt wurde sie u.a. von Hanna Bernögger, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und Advanced Practice Nurse an der Innsbrucker Klinik für Transplantationschirurgie.
Ganzheitliche Betreuung und Stärkung im Selbstmanagement
„Im Fokus der App steht eine ganzheitliche Versorgung der Patient:innen. Wir haben die Inhalte interprofessionell aus medizinischer, pflegerischer, therapeutischer und psychosozialer Perspektive erarbeitet“, erklärt Bernögger. Das digitale Tool ermöglicht das Monitoring von Gesundheitsdaten, bietet Informations- und Schulungsinhalte wie z.B. Anleitungen für physiotherapeutische Übungen oder Ernährungsempfehlungen, erinnert an die Medikamenteneinnahme und ermöglicht über eine Chatfunktion die direkte Kommunikation mit dem Behandlungsteam. „Mit der Modularis-App wollen wir die Patient:innen in ihrem Selbstmanagement stärken und sie aktiv in den Behandlungsprozess einbinden“, erklärt Bernögger, die auch die Anfragen der App-Nutzer:innen koordiniert.
App hilft, Unsicherheiten und Ängste abzubauen
Eine Transplantation bedeutet einen tiefgreifenden Einschnitt im Leben Betroffener und kann zu Verunsicherung führen. „Wir legen daher größten Wert auf eine umfassende Aufklärung in Kooperation mit Innerer Medizin und Chirurgie. Allerdings tauchen viele Fragen oft erst im Alltag auf, nicht beim Termin an der Klinik. Hier setzt die Modularis‑App an,“ erklärt Oberarzt Thomas Resch von der Innsbrucker Klinik für Transplantationschirurgie. „Sie bietet geprüfte Fachinformationen zur Erkrankung des betroffenen Organs, zur Operation und zur Therapie, die einfach am Handy abrufbar sind. Das hilft enorm, um Ängste im Vorfeld abzubauen.“
Innovation als Antwort auf den Wandel
Die Einführung der Modularis-App an der Klinik für Transplantationschirurgie befindet sich derzeit in der Pilotphase, später ist eine Ausweitung für andere Fachbereiche geplant. „Die Demographie und die Entwicklungen am Arbeitsmarkt führen dazu, dass sich Krankenanstalten mit innovativen Versorgungsmodellen beschäftigen müssen. Mit Hilfe digitaler Systeme, insbesondere telemedizinischer Betreuungsangebote - wie dem heute vorgestellten Modularis - wird eine Lösung umgesetzt, die eine hochqualitative Versorgung von Patient:innen auch außerhalb des Krankenhauses ermöglicht,“ sagt Stefan Deflorian, Kaufmännischer Geschäftsführer der tirol kliniken.
Telemedizin ermöglicht eine ortsunabhängige Betreuung
„Wir wollen, dass die beste medizinische Versorgung nicht an der Krankenhaus-Pforte endet, sondern mit den Patient:innen nach Hause geht. Gerade in einem Gebirgsland wie Tirol ist es entscheidend, eine hochqualitative Betreuung sicherzustellen – egal, ob jemand in der Stadt wohnt oder auf einem entlegenen Hof. Mit ‚Modularis‘ schaffen wir weit mehr als ein technisches Tool: Es ist eine digitale Brücke zwischen High-Tech-Medizin und dem eigenen Wohnzimmer. Sie gibt Betroffenen in einer besonders vulnerablen Phase Sicherheit und Souveränität zurück. Dieses Projekt zeigt, dass Innovation und Empathie Hand in Hand gehen können. Wir entlasten das System durch Technik, um mehr Raum für das zu schaffen, worauf es in der Betreuung besonders ankommt: den Menschen“, betont Cornelia Hagele, Landesrätin für Gesundheit.
Fotonachweis:
Oberarzt Thomas Resch, Tiroler Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele, APN Hanna Bernögger, Kfm. Geschäftsführer tirol kliniken Stefan Deflorian präsentierten gemeinsam das App. (c) tirol kliniken/Monthaler
Fotos Modularis App in der Detailansicht: Tagesaufgaben und Blutdruck. (c) Gerhard Berger
